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Montag, 17. August 2009

Hikikomori

"Die Symptome des Hikikomori beginnen schleichend und führen bei Vollausprägung zum vollständigen Rückzug. Dabei sind die wichtigsten Schritte Verlust der Lebensfreude, Verlust von Freunden, zunehmende Unsicherheit, Scheu und abnehmende Kommunikationsbereitschaft.

Hikikomori ziehen sich meist in einen einzigen Raum zurück und kapseln sich von der Umwelt ab. Sie verbringen den Tag mit Schlafen und sind vermehrt nachtaktiv. Einige schaffen es, ihr Zimmer wenigstens nachtsüber zu verlassen, andere verbringen auch die ganze Nacht vor dem Computer oder Fernseher."

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Eine besondere Bedeutung wird der Schamangst im Zusammenhang mit der sozialen Phobie zugeschrieben. Sie beschreibt eine drohende Gefahr, bloßgestellt zu werden oder vor Demütigung und Zurückweisung. Dabei dient sie gleichzeitig der Abwehr vor grandiosen und exhibitionistischen Wünschen. Ein Defizit im Selbstkonzept führt hierbei zu Überkompensationen. Der Schamaffekt ist aber auch im Zusammenhang mit überwältigen traumatischen Erfahrungen von Hilflosigkeit und konkreten Beschämungen zu betrachten. Die Schamangst kann aber, in einem anderen Zusammenhang, als konkrete Signalangst verstanden werden, die vor Zurückweisung schützen soll.


soziale Phobie

Ihr Verhalten ist Ausdruck von Angst und Hilflosigkeit gegenüber den elterlichen Erziehungspraktiken; später Entfremdung und feindselige Reaktionen. Eltern werden als unterdrückend, feindselig-einengend und wenig einfühlend erlebt (siehe auch Doppelbindungstheorie).

Die gelegentlich irreführend selbstsichere Erscheinung ist eine Art „äußere Maske“ als Folge einer darunterliegenden chronischen Anspannung zum Schutz der leicht aktivierbaren Vulnerabilität.

ICD-10

Freitag, 22. Mai 2009

Fremdscham

http://www.dr-mueck.de/HM_Scham/Fremdscham-Fremdschaemen.htm



Frage: Ist Fremdschämen schädlich? Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich mich intensiv fremdschäme?

Dr. Mück: Wenn sich jemand in herkömmlicher Weise sehr schämt, hat er oft ein schwaches Selbstbewusstsein und neigt dadurch zu psychischen Problemen, wie etwa einer sozialen Phobie (Vermeiden des prüfenden Blicks anderer) oder einer Depression. Bei einer „Fremdscham“ scheinen solche Konsequenzen auf den ersten Blick weniger wahrscheinlich. „Fremdscham“ wird in aller Regel aber nicht isoliert auftreten, sondern setzt ein ausreichend starkes generelles Schamempfinden voraus. Wenn jemand „verstärkt“ unter „Fremdscham“ leidet, ist sein Hauptproblem daher wohl eher darin zu sehen, das der Betreffende überhaupt zu vermehrter Scham neigt. Dem Schämen an sich und weniger der Fremdscham sollte dann die Hauptaufmerksamkeit gelten. Wie alle Gefühle hat auch die Fremdscham einen Mitteilungscharakter: Fast immer zeigt sie an, dass sich unsere Vorstellungen davon, wie sich Menschen verhalten sollten (uns selbst eingeschlossen) nicht mit unseren aktuellen Beobachtungen und Erfahrungen decken. In einem solchen Fall sollte man sich weniger Sorgen über die Gefahren des „Fremdschämens“ machen. Vielmehr sollte man sich fragen, ob man das eigene Verhalten nicht so verändern kann (etwa durch vorbildhafteres eigenes Auftreten oder durch das Meiden peinlicher Fernsehsendungen), dass der „Fremdscham“ der Boden entzogen wird.